Die Werbungskostenpauschale 2016 für Ihre Steuererklärung

Die Werbungskostenpauschale bietet Arbeitnehmern in Deutschland eine gute Möglichkeit, Steuern zu sparen. Dafür muss man nicht mal mehr etwas tun, denn der Betrag von derzeit 1.000 € wird automatisch von der Lohnsteuer abgezogen. Trotzdem sollten Sie sich für Ihre Einkommenssteuererklärung mit dem Pauschbetrag für Werbungskosten auseinandersetzen, denn er kann für alle sehr relevant sein.

Werbungskostenpauschale wird automatisch berücksichtigt

WerbungskostenpauschaleWenn Sie eine Einkommenssteuererklärung abgeben, wird dabei automatisch berücksichtig, dass 1.000 € Werbungskostenpauschale von Ihrem jährlichen Einkommen abgezogen werden. Damit sind verschiedene typische Ausgaben wie zum Beispiel Hin- und Rückfahrt von der Arbeit, Versorgungskosten bei der Arbeit, Kleidung für die Arbeit etc. abgedeckt. Sie finden diesen Abzug auch auf der Abrechnung des Finanzamts und können so leicht überprüfen, ob er Ihnen in den letzten Jahren gewährt wurde. Dazu ist noch wichtig zu beachten, dass rückwirkend bis 2011 der Betrag auf 1.000 € erhöht wurde, während er früher bei 920 € lag.

Eine Ausnahme bilden Fälle, in denen Ihre tatsächlichen Werbungskosten wesentlich höher liegen als die Pauschale. Außerdem muss man spezielle Regelungen beachten, wenn man Sozialleistungen erhält, freiberuflich arbeitet oder studiert.

Wenn Sie weniger als die Pauschale ausgegeben haben

Arbeitnehmer, die weniger als 1.000 € im Jahr für Werbungskosten ausgegeben haben, müssen sich keine Gedanken um die Werbungskostenpauschale machen. Sie wird immer angesetzt – auch, wenn Sie zum Beispiel nur für zwei Monate gearbeitet haben. Das bedeutet vor allem, dass sich viele Leute viel Mühe sparen können.

Wenn Sie davon ausgehen können, dass ihre Werbungkosten durch die Pauschale voll abgedeckt sind, müssen Sie keine Rechnungen und anderen Nachweise zusammensuchen oder aufbewahren. Sie können davon ausgehen, dass die Ausgaben nicht überprüft werden. Das spart auf Ihrer Seite und auf Seiten des Finanzamts Arbeit und Mühe. Freuen Sie sich einfach über die Pauschale und darüber, dass Sie keine komplizierte Abrechnung bewerkstelligen müssen.

Wenn Sie mehr als die Werbungskostenpauschale ausgegeben haben

Es kann sein, dass Sie mehr oder sogar wesentlich mehr als die Werbungskostenpauschale von 1.000 € ausgegeben haben. Das ist häufig der Fall, wenn jemand zum Beispiel eine berufliche Fortbildung selbst bezahlt hat – Sie können sich natürlich keine Fortbildung anrechnen lassen, die der Arbeitgeber bezahlt hat. Die Kosten für das Seminar, die Unterkunft und die Fahrt übersteigen häufig 1.000 € und es lohnt sich, die entsprechenden Rechnungen aufzubewahren und dann den höheren Betrag als Werbungskosten geltend zu machen. Diese Nachweise möchte das Finanzamt übrigens auch meistens tatsächlich sehen, und man sollte die Steuererklärung sorgfältig ausfüllen.

Werbungskostenpauschale und Sozialleistungen

Die Werbungskostenpauschale wird auch für Empfänger von Versorgungsbezügen berücksichtigt. Hier beträgt er allerdings nur 102 € im Jahr. Das bedeutet für viele aber kein Problem, weil Ihre Einnahmen die Grenze der Besteuerung nicht überschreiten. Wer sich allerdings beispielsweise als Rentner um einen Arbeitsplatz bemüht hat, der zusätzliche Kosten decken soll, kann diese Ausgaben als Werbungskosten geltend machen und damit unter Umständen die Grenze von 102 € leicht überschreiten (denken Sie an Hin- und Rückfahrt zum Bewerbungsgespräch, an Druckkosten etc.). Auch hier gilt es, sorgfältig Rechnungen aufzubewahren.

Werbungskostenpauschale für Freiberufler und Studenten

Freiberufler, Selbstständige und Studenten müssen besondere Regeln beachten. Freiberufler können sich beispielsweise nur in bestimmten Berufsgruppen für Ihre Ausgaben auf Pauschbeträge berufen (das gilt zum Beispiel für Journalisten), die aber eine etwas andere Bedeutung haben als die Werbungskostenpauschale.

Studenten müssen berücksichtigen, dass die Kosten für ihr Studium teilweise nicht als Werbungskosten, sondern als Sonderausgaben betrachtet werden – die konkrete Bewertung einzelner Ausgaben ist immer noch Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten und wird teilweise vor Gericht diskutiert. Daher lohnt es sich, informiert zu bleiben und sich im Zweifelsfall beraten zu lassen – beispielsweise, wenn die Ausgaben durch das Studium an einer privaten Bildungsstätte besonders hoch sind oder Sie das Studium als Weiterbildung betrachten können, weil es neben Ihrer beruflichen Tätigkeit durchgeführt wird.

Was die Werbungskostenpauschale für Sie persönlich bedeutet, analysieren wir gerne für Sie im Rahmen unserer Beratung. Sie können uns dafür schreiben oder durch die schnelle Berechnung direkt ein Paket buchen. So verpassen Sie sicher keine steuerlichen Vorteile.

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PhDr. Martin Müller
 

PhDr. Martin Müller ist seit über 15 Jahren auf dem Gebiet der Steuerberatung unterwegs. Darüber hinaus hilft er Gründern mit professionellem Coaching ihren Traum von der erfolgreichen Selbständigkeit Wirklichkeit werden zu lassen.