Steuern sparen durch die Umzugskostenpauschale

Mit der Umzugskostenpauschale können Sie Steuern sparen, weil die Kosten für einen berufsbedingten Umzug absetzbar sind. Dafür muss der Umzug einige Bedingungen erfüllen und Sie müssen beim Absetzen der Kosten auf Spezialfälle achten. Insgesamt können Sie aber so einiges sparen, wenn Sie Ihren Umzug entsprechend planen und dann in der Steuererklärung alles richtig machen.

Wann es es die Umzugskostenpauschale gibt

Steuern sparen dank der Umzugskostenpauschale

Steuern sparen dank der Umzugskostenpauschale

Sie können die Umzugskostenpauschale in Anspruch nehmen, wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen. Die erste Voraussetzung dazu ist ein neuer Arbeitgeber am neuen Wohnort. Am besten ziehen Sie erst um, wenn Sie mindestens den Arbeitsvertrag unterschrieben haben und nicht schon lange vorher. Sonst gilt die Grundannahme, dass Sie einfach gern in die neue Stadt ziehen wollten und sich dann dort einen Job gesucht haben. Achten Sie also darauf, dass die Termine übereinstimmen oder Sie Unterlagen haben, die nachweisen, dass der Umzug für den Job erfolgt ist und nicht umgekehrt. Außerdem müssen Sie tatsächlich umziehen und nicht nur einen Zweitwohnsitz aufbauen – Ihre Familie muss also zum Beispiel mitkommen, damit Sie die Umzugskostenpauschale in Anspruch nehmen können.

Die Höhe der Umzugskostenpauschale

Die Höhe der Umzugskostenpauschale hängt davon ab, aus wie vielen Mitgliedern Ihre Familie besteht. Singles können seit dem 01.03.2015 730 Euro abrechnen, Ehepaare das Doppelte, also 1460 Euro. Andere Personen im Haushalt (Lebensgefährten oder Kinder) erhöhen den Betrag jeweils um 322 Euro. Wenn Sie also als Ehepaar mit zwei Kindern umziehen, können Sie insgesamt 2104 Euro pauschal für den Umzug absetzen. Auch wenn man nach Studium oder Ausbildung seinen ersten Job antritt und dafür umzieht, kann man übrigens die Umzugskostenpauschale nutzen.

Was die Umzugskostenpauschale abdeckt

Die Kosten für einen Umzug können tatsächlich höher liegen als die Pauschale – das gilt vor allem bei Singles, die alle Festkosten ja allein bewältigen müssen. Aber in den meisten Fällen deckt die Pauschale die Kosten ab, die sich aus vielen Punkten zusammensetzen: Die Bezahlung für Wohnungsanzeigen, wenn man vorab selbst aktiv sucht und nicht nur geschaltete Anzeigen miteinander vergleicht ist ein erster Kostenfaktor, der schon vor dem Umzug entsteht.

Auch bestimmte Renovierungsmaßnahmen in der alten Wohnung, die man vornehmen muss, um ausziehen zu können, fallen unter die Umzugskostenpauschale. Ebenfalls inbegriffen sind die Kosten für das „formale Drumherum“ eines Umzugs: An- und Abmeldung von Telefon und Internet beispielsweise sowie die Änderungen für PKW, Personalausweis und andere Behördengänge. Außerdem sind Trinkgelder für Umzugshelfer sowie die Kosten für elektrische Arbeiten in der neuen Wohnung bereits durch die Pauschale abgedeckt.

Zusätzlich zur Umzugskostenpauschale absetzbare Kosten

Zusätzlich zu den durch die Umzugskostenpauschale absetzbaren Kosten, die Sie nicht genau belegen müssen, können Sie auch die tatsächlichen Kosten für den Umzug geltend machen. Dazu zählen folgende Kosten:

  • Sie werden für den Transport aufkommen müssen, also insbesondere einen Mietwagen oder LKW bezahlen müssen oder gleich eine Umzugsfirma beauftragen.
  • Bedenken Sie Maklergebühren (falls Sie eine Mietwohnung suchen), die relativ hoch ausfallen können, wenn Sie für Ihren Job in eine Stadt ziehen wollen, in der es einen schwer umkämpften Wohnungsmarkt gibt.
  • Außerdem zahlen Sie Reisekosten, wenn Sie zur Wohnungsbesichtigung fahren oder ein paar Mal zwischen dem alten und neuen Wohnort hin und her fahren müssen, um wichtige Angelegenheiten zu klären.
  • Zuletzt zählen auch Kosten für Nachhilfe, die Kinder benötigen, um am neuen Wohnort in der Schule einsteigen zu können, zu den Kosten eines Umzugs, die Sie abrechnen können.

Wenn Sie im vergangenen Jahr umgezogen sind, vergessen Sie nicht, das bei Ihrer Steuererklärung zu berücksichtigen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die tatsächlichen Kosten weit über der Pauschale liegen, kann es sich lohnen, diese genauer unter die Lupe zu nehmen. Eventuell gehören einige der Kosten nicht zur Pauschale, sondern sollten getrennt abgerechnet werden. Weil es hier viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ist es für Laien meistens schwierig, die Kosten richtig einzuordnen. Wir helfen Ihnen gerne und füllen Ihre Steuererklärung basierend auf Ihren Angaben korrekt aus, sodass Sie die Kosten für Ihren Umzug absetzen können.

 

Bildquellennachweis: Sven Vietense – fotolia.com

PhDr. Martin Müller
 

PhDr. Martin Müller ist seit über 15 Jahren auf dem Gebiet der Steuerberatung unterwegs. Darüber hinaus hilft er Gründern mit professionellem Coaching ihren Traum von der erfolgreichen Selbständigkeit Wirklichkeit werden zu lassen.