Fahrtkostenerstattung: So setzen Sie Pendeln von der Steuer ab

Wenig hat sich in den letzten Jahren so oft geändert wie die Möglichkeiten, durch die Steuererklärung eine Fahrtkostenerstattung für den Weg zur Arbeit zu bekommen. Arbeitnehmer können hier viel sparen – aber viele blicken zwischen Pendlerpauschale, Entfernungspauschale, Fahrtkostenerstattung und Co. kaum noch durch. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt und werfen einen Blick auf die aktuelle Lage.

Für wen es die Fahrtkostenerstattung über die Pendlerpauschale gibt

Die Entfernungspauschale zur Fahrtkostenerstattung können Arbeitnehmer und Selbstständige nutzen. Für jeden Kilometer, den jemand regelmäßig zwischen seiner Wohnung und der „ersten Tätigkeitsstätte“ zurücklegt, werden pauschal 30 Cent pro Kilometer pro Arbeitstag berechnet.

Ein Beispiel:

  • Jemand arbeitet 15 km von seiner Wohnung entfernt in einem Büro
  • Er arbeitet an 5 Tagen in der Woche, außer an Feiertagen.
  • Außerdem hat er natürlich Urlaub – und kommt so auf 210 Arbeitstage im Jahr
  • Insgesamt gibt es für diesen Arbeitnehmer also 15 x 0,30 Euro x 210 = 945 Euro Pendlerpauschale

Fahrtkostenerstattung über Pendlerpauschale nur indirekt

Diese 945 Euro werden von den zu versteuernden Einkünften abgezogen. Man bekommt also nicht den gesamten Betrag vom Finanzamt zurück auf’s Konto überwiesen, sondern zahlt auf so viel Einkommen keine Steuern. Ähnlich wie „Werbungskosten“ werden die Fahrtkosten so abgezogen.

Viele Leute glauben, dass es keinen großen Unterschied macht, ob sie über das ganze Jahr verteilt nun für 1.000 Euro mehr oder weniger Steuern bezahlen. Tatsächlich können sich aber enorme Unterschiede ergeben, wenn sich so die Einkommensklasse ändert. Viele Selbstständige sollten hier besonders aufpassen.

Fahrtkostenerstattung für jedes Verkehrsmittel

Eine weitere wichtige Info zur Fahrtkostenerstattung, die noch nicht jeder kennt: Sie gilt vollkommen unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel. Selbst wer morgens drei Kilometer zu Fuß zur Arbeit zurücklegt, kann sich dafür genau den gleichen Vorteil berechnen lassen, wie jemand, der mit dem Auto fährt. Es lohnt sich also durchaus, aufs Fahrrad umzusteigen. Hier bekommt man Kosten für den Weg angerechnet, obwohl es nach dem Kauf des Fahrrads keine Kosten mehr gibt, sondern fast nur Kalorien verbraucht werden. Amüsant, aber wohl nur für einige Insulaner relevant: Der Gesetzgeber sieht auch dann eine Erstattung vor, wenn der Weg mit einem Boot zurück gelegt wird.

Obergrenze für Fahrtkostenerstattung

Es gilt eine Höchstgrenze von 4.500 Euro pro Kalenderjahr für die Fahrtkostenerstattung über die Entfernungspauschale. Das entspricht einem Anfahrtsweg von etwa 70 Kilometern für jemanden, der wie im Beispiel oben ca. 210 Tage pro Jahr zur Arbeit fährt. Es ist aber auch möglich, mehr abzusetzen, wenn man zum Beispiel durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel höhere Kosten nachweisen kann. Ähnlich flexibel gestaltet sich die Bestimmung der Fahrstrecke selbst: Ein Arbeitnehmer kann eine längere Strecke wählen, wenn diese in der Regel den schnelleren Weg bedeutet. Das gilt auch für die längere Strecke, die öffentliche Verkehrsmittel manchmal fahren.

Zusätzlich zur Fahrtkostenerstattung Geld für’s Pendeln

Fahrtkostenerstattung

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Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, Kosten für’s Pendeln von der Steuer abzusetzen. Insbesondere der Bereich der Werbungskosten kann Ihnen hier zugute kommen. Wichtig ist, dass Sie die Kosten für die höheren Aufwendungen nachweisen können. Das bedeutet, dass Sie zum Beispiel ein genaues Fahrtenbuch führen oder eben die Tickets von der Zugfahrt aufbewahren.

Außerdem sollten Sie genau darauf achten, tatsächlich die Wohnung anzugeben, von der aus Sie regelmäßig zur Arbeit fahren. Viele auf dem Papier Alleinstehende verbringen zum Beispiel die Nächte unter der Woche bei einem Partner und machen sich von dessen Wohnung aus auf den Weg zur Arbeit. Können Sie nachweisen, dass Sie sich in Ihrer eigenen „Hauptwohnung“ so gut wie nur am Wochenende oder an Feiertagen aufhalten, zählt der Weg auch von einer weiter entfernten anderen Wohnung aus.

Es gibt die ein oder andere Möglichkeit, durch eine Fahrtkostenerstattung Steuern zu sparen. In Deutschland ist die Pendlerpauschale die wichtigste. Für die meisten Arbeitnehmer ist es sehr sinnvoll, einen Lohnsteuerjahresausgleich zu machen. Wir helfen Ihnen gerne dabei. Testen Sie unseren Festpreis-Rechner und wir machen Ihnen ein Angebot!

 

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PhDr. Martin Müller
 

PhDr. Martin Müller ist seit über 15 Jahren auf dem Gebiet der Steuerberatung unterwegs. Darüber hinaus hilft er Gründern mit professionellem Coaching ihren Traum von der erfolgreichen Selbständigkeit Wirklichkeit werden zu lassen.